Ins Netz gegangen KW 04/2021

In der Regel wöchentlich freitags kuratiere ich Beobachtungen und Einsichten, die mir in den sozialen Medien begegnet sind. Ich fasse sie unter „Ins Netz gegangen“ zusammen.

Diese Woche hatte ich wenig Zeit, aber ich habe ein vielversprechendes Open Source Tool für virtuelles Peer-to-Peer-Learning und virtuelle Barcamps entdeckt: Unhangout.

Aufmerksam geworden auf Unhangout bin ich über eine kurze Erwähnung durch die Corporate Learning Community Augsburg. Ich habe das Werkzeug getestet, soweit dies ohne ein Live-Meeting mit Teilgeber*innen möglich ist.

Fakten zu Unhangout

Unhangout ist – wie schon erwähnt – ein Tool für Peer-to-Peer-Learning und Unkonferenzen. Das Tool verfügt über eine sogenannte Lobby als Startseite eines Events – mit Begrüßungsmöglichkeit, einer Teilnehmerliste, einer Liste von Breakout-Rooms und einer Chatmöglichkeit. Teilgeber*innen müssen sich registrieren. Das geht per E-Mail oder via Twitter, Facebook oder Google. Organisatoren haben die Möglichkeit Breakout-Sessions entweder fest vorzugeben oder durch die Teilgebenden pitchen und voten zu lassen. Eine Kombination dieser beiden Möglichkeiten ist ebenfalls möglich.

Die Lobby kann bereits vor dem Beginn einer Veranstaltung geöffnet werden und nach Beendigung noch für einen Ausklang offen bleiben.

Screenshot Unhangout Lobby

Teilgeber*innen wählen ihre Breakoutsessions selbst nach inhaltlichen Interessen aus. Organisatoren haben keine Möglichkeit, Teilgebende nach dem Zufallsprinzip in Breakoutrooms zusammenzubringen.

Die Räume sind mit einer jitsi Videokonferenz, einem Etherpad für die Dokumentation und einer Chatfunktion ausgestattet. Chat und Etherpad können durch die Teilnehmer individuell ausgeblendet werden. Bei der Videokonferenz kann man zwischen einer Sprecher- und einer Galerieansicht wählen. Die Teilnehmeranzahl für einen Raum ist auf 25 Personen begrenzt.

Screenshot Unhangout Breakout-Raum

Mein erster Eindruck von Unhangout

Plus

  • Definitiv ein Tool für Barcamps und andere Unkonferenzen
  • Für kleine bis mittlere Events m. E. gut geeignet
  • Sessions (Breakout-Räume) durch Teilgebende frei wählbar
    (Gesetz der 2 Füße unterstützt)
  • Sessionräume mit Videokonferenz, Dokumentationsmöglichkeit und Chat ausgestattet
  • Landingpage für ein Event (Lobby)

Minus

  • Kein Videochat in der Lobby
  • keine aufeinander folgenden Sessions unterstützt
    (kein Sessionplan integriert, Etherpads und Videokonferenzen nicht sessionspezifisch …)
  • Offenbar ein bisher wenig genutztes Tool,
    keine nennenswerte User- und Entwicklercommunity

Interessant

Ich kann mir einige interessante Anwendungsmöglichkeiten für Unhangout vorstellen:

  • Virtuelle Team-Meetings bei denen zeitweise in Kleingruppen gearbeitet wird
  • Regelmäßig veranstaltete Barcamps in Teams oder Organisationen mit etwa 15-30 Teilgebenden
  • Themenzentrierte Meetups, die getrennte Sessions für Anfänger und Fortgeschrittene beinhalten
  • Virtuelle Personal Hackathons
  • Virtuelle gemeinsame Learning Days im kleinen Kreis
  • Virtuelles Coworking

Dokumentierte Erfahrungen mit Unhangout

Bei meinen Recherchen habe ich einige Einschätzungen und Erfahrungsberichte zu Unhangout gefunden:

1.) Tim Kantereit hat das Tool in der Lehrerausbildung ausprobiert.

2.) Mehr als dreißig Teilnehmer*innen des 24. Hands-on Agile Meetups Berlin führten vergangenen August ein Barcamp-Experiment mit Unhangout durch und reflektierten ihre Erfahrungen ausführlich. Vgl. hier. Sie haben auch Möglichkeiten erprobt, Schwächen des Werkzeugs auszugleichen – z. B. die fehlende Videochatfunktion in der Lobby.

3.) Ein Event mit mehr als 90 Schülerinnen und Schülern, das im Dezember 2015 durchgeführt wurde, ist im Unhangout Blog dokumentiert.

(Dieser Artikel ist Beitrag 4/100 meiner Challenge #100DaysToOffload für 2021).

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