Ein Feuerwerk in New Work

Als ich mich vor gut drei Wochen früh morgens auf den Weg zu Quäntchen + Glück nach Darmstadt machte, hätte ich nicht damit gerechnet, dass ich in einen Stau geraten und eine halbe Stunde zu spät zum NewWorkShop kommen würde. (Eine so große Verspätung ist mir sehr peinlich, insbesondere dann, wenn ich denke, dass der Beginn einer Veranstaltung sich dadurch verzögern könnte.) Irgendwie hatte ich aber Glück, denn mehrere Andere waren an diesem Morgen genau so verspätet wie ich.

Fragerunde
© Quäntchen + Glück, Darmstadt 2018

Ich war mit der Erwartung hingefahren, das ich einige interessante Methoden, Tools und Formate von New Work bei Quäntchen + Glück kennen lernen würde, hatte ich doch schon bei einem Meetup des agilen Stammtischs Mainz/Wiesbaden vor ein paar Monaten etwas über die Culture Map und das New-Work-Quartett erfahren. – Aber mit dem Feuerwerk an Methoden, Tools und Formaten, das mir geboten wurde, hätte ich ebenso wenig gerechnet wie mit dem Stau auf der Autobahn.

In diesem Artikel schildere ich, wie ich persönlich den NewWorkShop am 24.10.2018 bei Quäntchen+Glück in Darmstadt erlebt habe.

Um welche Methoden es hauptsächlich ging

Ich möchte keinen Bericht schreiben, daher gebe ich hier nur einen Überblick über die Hauptpunkte der Agenda, neben denen noch viele kleinere Punkte und Hacks angesprochen wurden.

  • Arbeiten mit der Culture Map
    © Quäntchen + Glück, Darmstadt 2018

    Culture Map als Methode, die (eigene) Unternehmenskultur zu kartografieren und daraus Ansatzpunkte für Weiterentwicklung abzuleiten

  • Usability Testessen, um effizient die Nutzerfreundlichkeit von Apps, Internetangeboten und anderen Produkten zu beurteilen und Verbesserungsmöglichkeiten zu finden
  • Speedback als wertschätzendes Format an Stelle herkömmlicher Feedbackgespräche
  • Tipps und Hacks für gutes Onboarding
  • Einwöchige Design Sprints, um aus Ideen schnell Prototypen zu entwickeln
  • Sparring als Weg, sich von außen frischen, unbefangenen Input zu Themen und Herausforderungen zu holen.
  • Der Schontag als Barcampformat um interne Meetings an einem Wochentag zu bündeln um an den anderen Wochentagen uneingeschränkt für die Kunden da sein zu können
  • Das New-Work-Quartett mit insgesamt 32 Methoden, Tools und Formaten, die bei Quäntchen+Glück eingesetzt werden.

Was mir gut gefallen hat

Zunächst einmal steht und fällt ja ein Workshop immer mit seinen Moderatoren. Jacob und Kersten zeigten sich hochmotiviert  und spritzig. Die beiden haben es sehr gut verstanden, uns Teilnehmer*innen zu begeistern und mitzureißen. Herzlichen Dank dafür.

Nach der obligatorischen Vorstellungsrunde gab es als „Stillarbeit“ einen Text über New Work zu lesen. Dieser Text wirkte eher unfertig auf mich – irgendwo zwischen Alpha- und Beta-Stadium. Aber genau das provozierte ein interessantes Gespräch darüber, was New Work sei oder eben nicht sei. (@Moderatorenteam: Bitte genau so wieder verwenden.)

Lego-Skulptur: Positive Arbeitserfahrung
© Holger Moller 2018

Anschließend durfte ich zum ersten Mal in einem Workshop mit Lego arbeiten. Aufgabe war, eine positive und eine negative Erfahrung mit Arbeit zu bauen. Auf dem Foto links ist zu sehen, wie ich meine positive Erfahrung mit Lego modelliert habe. Erkenntnis: Der Einsatz von Lego kann helfen, spielerisch Aufgabenstellungen zu bearbeiten, und es macht echt Spaß.

Bei der Erprobung des Usability Testessens hatte ich mein erstes großes Aha-Erlebnis. Es wurde jeweils die Webseite der Teilnehmenden einem Test unterzogen. Die Testerinnen hatten auf der Seite eine Aufgabe zu lösen. Da ich aktuell auf Jobsuche bin, war die Aufgabe, auf meiner Seite meine bisherigen beruflichen Stationen zu recherchieren. Die Testerin scheiterte in mehreren Anläufen grandios und wirkte immer frustrierter. Ich selbst als Nutzer meiner Seite hätte wahrscheinlich schon viel früher abgebrochen, und das ist natürlich das Letzte, was ich erreichen möchte. – Das Testessen war für mich die unangenehmste und peinlichste Erfahrung des Workshops. Ich wäre danach wirklich gern im Erdboden versunken. Aber der Test brachte mir auch das wertvollste Ergebnis des Workshops: Inzwischen habe ich mein Xing- und LinkedIn-Profil leicht auffindbar verlinkt.

Zwischendurch wurde ich hellhörig bei einem von Kersten beiläufig eingestreuten Hack: Er hatte während einer Einzelarbeitsphase dezent Hintergrundgeräusche aus einem Cafe eingespielt. Sein Tool dafür: noisli.com. Da ich selbst Hintergrundgeräusche liebe, habe ich noisli natürlich  bald ausprobiert. (Diese Zeilen schreibe ich übrigens gerade bei kinsterndem Kaminfeuer. 😉 )

© Holger Moller 2018

Ich habe viele praxisnahe Methoden von New Work ausprobieren können, wie sie bei Quäntchen + Glück angewendet werden.

Zum Abschluss des Tages haben alle Teilnehmer*innen ein pfiffig aufbereitetes Starterkit in der Pizzabox erhalten. Es enthält Anleitungen und Vorlagen zu allen vorgestellten Methoden, außerdem ein paar Goodies wie einen Gutschein für ein einstündiges (Remote-)Sparring.

Insgesamt betrachtet wurde mir einmal mehr deutlich, dass es für New Work im Grund keine Blaupausen gibt, die man einfach kopieren könnte, da alle Organisationen einzigartig sind. Was es aber gibt, sind Erfahrungen, die Organisationen mit New Work gemacht haben. Man kann sie teilen, sich darüber austauschen und sich zu eigenen gezielten Experimenten anregen lassen. Genau dies leistet der NewWorkShop.

Was ich mir anders gewünscht hätte

Ich verstehe die Motivation von Jacob und Kersten sehr gut, ihren Workshopteilnehmer*innen möglichst viel Input zu New Work zu geben. Insbesondere deshalb, weil Quäntchen + Glück seit 2010 profunde Erfahrungen mit New Work gesammelt hat und die eigenen Methoden, Tools und Formate ständig weiterentwickelt. Da gibt es einfach sehr viel weiterzugeben!

Dennoch hätte ich mir eine Agenda gewünscht, die einen oder zwei große Tagesordnungspunkte weniger enthalten und dafür mehr zeitlichen Freiraum geboten hätte. Um dem einen oder anderen Thema zwischendurch noch etwas nachhängen zu können. Oder um einfach kurz den Kopf zu lüften für das nächste Thema. Und sehr gerne auch, um intensiver netzwerken zu können und mich mit anderen Teilnehmer*innen zwanglos zu unterhalten.

Und was ich besonders bemerkenswert fand

Während des NewWorkShops habe ich aus dem Nichts mehrere Ideen bzw. Lösungsimpulse zu Herausforderungen gehabt, an denen ich aktuell arbeitete. Herausforderungen, die im Workshop nicht thematisiert wurden und über die ich auch mit niemandem gesprochen habe. Ich führe das darauf zurück, dass es den beiden Moderatoren hervorragend gelungen ist, ganz nebenbei eine inspirierende und co-kreative Atmosphäre entstehen zu lassen.

Neugierig geworden auf Newworkshoppen?

Dass ich von diesem Workshop begeistert bin, dürfte deutlich geworden sein. Wenn Du jetzt überlegst, ob Du und Deine Firma davon profitieren würden, kannst Du Dir Appetit und mehr Infos auf der NewWorkShop-Seite von Quäntchen + Glück holen.

Und wenn’s ein bisschen mehr Info sein darf, schau Dir das New-Work-Quartett online an: Acht Jahre New Work als Kartenspiel. Formate, Methoden, Ideen – zum Spielen und Nachmachen. (Spoiler: Die Methoden und Tools aus dem Workshop werden alle im Quartett kurz und pointiert vorgestellt.)

Der nächste NewWorkShop in Darmstadt findet übrigens am 5. Dezember statt, und im kommenden Jahr geht es mit Workshops am 23. Januar und am 20. März weiter.

***

Beitragsfoto: Unsplash / Grégoire Bertaud

Advertisements