Twitterchat als Lern- und Austauschformat

Vor einer Woche habe ich an meinem ersten Twitterchat teilgenommen, den ich da dokumentiert habe. In diesem Beitrag beschäftige ich mich mit dem Format selbst und wie man es geschickt nutzen kann.

Klägliches Scheitern mit einem früheren Versuch

Im März hatte ich bereits einmal einen viertelherzigen Versuch gemacht: Eigentlich hatte ich keine Zeit an diesem Abend und war auch nicht zu Hause. Dann ergab sich aber ein zeitlicher Freiraum von etwa 30 Minuten, und ich versuchte den Chat auf dem Smartphone zu verfolgen: Ich gab den entsprechenden Hashtag in der Suche ein und sah ganz viele Tweets in schneller Folge hereinkommen, die mit den Kennzeichnungen A1 bis A5 versehen waren. Völlig durcheinander! Mit Reetweets. Threads mit Antworten. Antworten mit Erwähnungen außerhalb von Threads.

Ein wilder Strom von Tweets, in dem ich keine Struktur erkennen konnte. Meine Einschätzung damals: Dieses Format ist nichts für mich.

Das Thema blieb liegen bis die Corporate Learning Community für den 25.09.2018 zu einem neuen Twitterchat einlud. Und ich dachte, ich versuche es noch mal. Und ich dachte weiter: Man müsste das irgendwie ein bisschen besser organisieren. Und dann hatte ich eine Idee:

Meine Idee:
Twitterchat mit Tweetdeck organisieren!

Wenn ich mir in Tweetdeck Spalten einrichten würde, so dass ich den Chat zu den einzelnen Fragen sortieren könnte.

Gesagt, getan: Ich legte mir für alle fünf Fragen Spalten mit Suchkriterien nach diesem Muster an: A1 #CLchatDE

Damit ich auch die Moderation im Auge behalten konnte, fügte ich eine weitere Spalte mit dem User @CLchatDE hinzu.

So ungefähr sah das dann aus:

Ein Klick auf den Screenshot zeigt ihn größer an.

So hatte ich für alle Fragen eigene Spalten, die sich mit dem Fortschreiten des Chats nach und nach füllten. Und wenn jemand zu einem späteren Zeitpunkt noch eine Antwort auf eine bereits früher behandelte Frage tweetete, dann wurde diese in die richtige Spalte einsortiert. Die neuesten Beiträge standen jeweils ganz oben, und ich konnte den Dialog hervorragend überblicken.

Während des Chats fand ich noch heraus, dass ich auch die jeweilige Frage in die Suchkriterien einschließen konnte. Dies ist das Muster: F1 OR A1 #CLchatDE

Meine Learnings

Das war natürlich viel übersichtlicher als ein unsortierter Strom von Tweets auf dem Smartphone – so wie ich das bei meiner ersten spontanen Teilnahme erlebt hatte.

Um den platten Spruch eines früheren Chefs von mir zu zitieren: Kaum macht man’s richtig, schon funktionierts.

Mit Tweetdeck als Organizer konnte ich der Diskussion wunderbar folgen und mich auch gut mit eigenen Beiträgen einbringen. So machte das Spaß, und ich war begeistert, welche Vielfalt an Perspektiven in kürzester Zeit sichtbar wurde. (Der gesamte Chat dauerte nur 60 Minuten, und in dieser Zeit wurden 5 Fragen behandelt.)

Jetzt sage ich zum Twitterchat: Gerne wieder.

Twitterchat ist ein Lern- und Austauschformat, das sich in jedem Fall lohnt auszuprobieren.

Auf eine Sache bin ich diesmal leider etwas spät aufmerksam geworden:

Diese Anregung möchte ich beim nächsten Mal beherzigen, um während des Chats noch entspannter zu sein.

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Beitragsfoto: Unsplash / rawpixel

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