Zirkeltraining #6 und #7: Neue Erkenntnisse

In der Artikelserie „Zirkeltraining“ schreibe ich über meine Erfahrungen und Erkenntnisse beim Lernen von Working Out Loud. Alle Beiträge der Serie findest du hier.

In den letzten beiden Wochen bin ich wieder sehr frei vorgegangen, um meinen Lernprozess optimal zu unterstützen. Der Leitfaden hat fast keine Rolle gespielt – außer natürlich im Circle. Die Hauptthemen waren „Werde sichtbar“ (Woche 6) und „Sei zielgerichtet“ (Woche 7).

Im Nachhinein kann ich erkennen, dass ich sowohl an meiner Sichtbarkeit als auch an meinem Ziel intensiv gearbeitet habe.

Meine Fortschritte

Ging es mir zuletzt darum, verschiedene mögliche Arbeitsfelder zu erkunden, bin ich jetzt an dem Punkt angelangt mich fokussiert mit dem Arbeitsfeld Personalentwicklung zu befassen. Im nächsten Schritt erkunde ich nun aktuelle Themen und Trends in der Personalentwicklung bzw. im Corporate Learning.

Konkret bedeutet das: Passende Blogs lesen. Für mich selbst die Themen und Trends übersichtlich dokumentieren, die ich entdecke. Verarbeiten, was ich aufnehme und in Beziehung setzen zu meinen grundlegenden Zielen und Werten. Herausfinden, wer mit meinem aktuellen Ziel in Verbindung steht und entsprechende Kontakte aufbauen. Mehr und mehr mit Menschen ins Gespräch kommen, die sich mit der Zukunft von Learning & Development beschäftigen.

(By the way: Ich freue mich sehr über Hinweise zu Blogs, in denen es um Personalentwicklung und Corporate Learning geht.)

Manchmal belastend: Ungewissheit.

Mein Vorgehen ist iterativ. Do. Measure. Learn. Ein konkretes, griffiges Ziel habe ich jeweils nur für den nächsten Schritt. Agile Entwicklung. Meist habe ich noch ein paar Ideen und Vermutungen, wie der übernächste Schritt konkret aussehen könnte. Aber wirklich klar definieren kann ich den nächsten Schritt erst dann, wenn ich den gegenwärtigen abgeschlossen habe.

Oft genieße ich die damit verbundene Offenheit. Manchmal aber macht mir die damit verbundene Ungewissheit zu schaffen. Ich wüsste dann gerne im Voraus, wann und wo ich ankomme. In diesen Momenten hätte ich gerne so etwas wie einen Zugfahrplan für meinen Weg. Mit kleinen Verspätungen könnte ich gut leben, aber dass es eben diesen Zugfahrplan nicht gibt, macht mir immer mal wieder zu schaffen.

Langsam nur lerne ich, diese Belastung wahrzunehmen und zuzulassen. Ich vermute, dass es leichter wird mit Ungewissheit umzugehen, je besser ich meinen agilen Muskel trainiere.

Stop and Go

Auch das gehört wohl zur Entwicklung: Tage, an denen sich nichts zu entwickeln scheint. Tage an denen sich meine Beziehung zu meinem eigenen Lernprozess anfühlt wie die Beziehung eines Bildhauers zu einem sperrigen Stück Holz, das sich ihm entzieht. Einen Tag lang. Zwei Tage lang. Manchmal noch länger.

Dies steht übrigens nicht im Widerspruch zur der Dynamik an sich, denke ich. Die Dynamik an sich ist hoch. Aber die Entwicklung verläuft nicht linear. Es gibt hintereinander und manchmal nebeneinander Phasen atemberaubender Geschwindigkeit, so dass ich kaum mitkomme, und andererseits Phasen, die sich wie Stillstand anfühlen. Vermutlich sortieren und integrieren sich an den Stopp-Tagen Dinge, die ich an den Go-Tagen sehr schnell aufgenommen habe.

Ich kann den Entwicklungsprozess im Grund nicht kontrollieren. Wenn überhaupt, dann nur bedingt. Auch das gilt es wohl zu begreifen.

Reflexion: Tagebuch schreiben

Um besser mit den Irritationen und Herausforderungen zurecht zu kommen, die eine offene Vorgehensweise mit sich bringt, experimentiere ich im Moment damit, morgens und abends kurz Tagebuch zu schreiben. – Bei dem Tempo, mit dem sich die Dinge gerade entwickeln, droht mir sonst die Gefahr, dass ich nur noch die Bewegung, die Geschwindigkeit wahrnehme, aber keinen Eindruck habe, wo ich mich aktuell im Prozess befinde. Das fühlt sich dann an wie eine unaufhörliche Achterbahnfahrt. Ich brauche ein Instrument, mit dem erkennen kann, wo ich heute bin und wo ich gestern war. – Matthew Mockridge hat für sich eine Methode zum kurzen reflexiven Tagebuchschreiben morgens und abends entwickelt, die ich teste. Sie scheint sehr hilfreich zu sein. Zumindest in den Grundzügen. Vermutlich ist es aber sinnvoll, dass ich sie für mich passend abwandele. Momentan mangelt es mir noch etwas an der Disziplin jeden Morgen und jeden Abend kurz zu reflektieren.

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So, das war’s für diese Woche von mir zu Working Out Loud. Kommende Woche geht es hier weiter mit einem neuen Beitrag.

(Den Artikel zur vorhergehenden Woche 5 kannst du hier lesen.)

Beitragsfoto: Unsplash / Margarida CSilva

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